Obwohl Überbleibsel ehemaliger neolitischer Siedlungen gefunden wurden, die über 4000 Jahre alt sind, stammen die ersten wirklich glaubhaften Referenzen ehemaliger Ansiedlungen in der Gegend von Barcelona aus dem 7. -6. Jh. v. Chr., sie stammen von den Layeta-Stämmen, die an den Berghängen des Montjuïc angesiedelt waren.
Die Stadt Barcelona wurde im 1. Jh. v. Chr. von den Römern gegründet, im Verlaufe der Eroberung der Iberischen Halbinsel. Die Stadt wuchs in der Zeit des “Römischen Reiches” rasch an und wurde ummauert, obwohl Tarraco, das heutige Tarragona, zur Provinzhauptstadt erklärt wurde.
Nach dem Untergang Roms wurde Barcelona im Jahre 415 von dem Westgotenkönig Ataulfo erobert und zur Hauptstadt des besagten Königreichs erklärt, bis zu deren Verlegung nach Toledo. Drei Jahrhunderte später, im Jahre 717, wurde die Stadt von den muslimischen Truppen des al-Hurr erobert und danach von den Franken im Jahre 800 zurückerobert, Karl der Groβe befestigte sie dann, um dort einen Verteidigungspunkt gegen die Moslems zu errichten. Karl der Groβe ernannte verschiedene Grafen, um diese neuen Gebiete zu regieren, wobei der Conde (Graf) von Barcelona zum Hauptverantwortlichen der “Marca Hispánica” ernannt wurde, welcher der Lehnsherrschaft des Frankenkönigs unterlag.
Im Jahre 985 griffen die muslimischen Truppen Barcelona an und der Frankenkönig versagte dem Grafen seine Hilfe, wodurch die Lehnspflicht als aufgelöst galt und der Conde von Barcelona sich selbst den Titel des Duque Ibérico y Marqués (Iberischer Herzog und Markgraf) verlieh.
Im Jahre 1137 heiratete der Conde von Barcelona Ramon Berenguer IV. die Tochter des Königs von Aragón, welcher keinen Thronfolger hatte. Von diesem Moment an wurde Barcelona zur Hauptstadt der Krone von Aragón, eines der florierendsten Königreiche der Jahrhunderte 10. – 13., das sogar über Valencia, die Balearen, Neapel, Athen, Sizilien und Sardinien herrschte.
Die Ausweitung der aragonischen Krone wurde aufgrund der schwarzen Pest und die Zunahme der Piraterie im Mittelmeerraum abrupt gebremst, wodurch die Geschäftsrouten der katalonischen Flotte unmöglich beibehalten werden konnten.
Im 15. Jh. blieb die aragonische Krone ohne Thronfolger und vereinte sich so über die Hochzeit der Katholischen Könige mit dem Königreich Kastilien. Trotz dieser ehelichen Verbindung blieb Barcelona bis ins Jahr 1714 weiterhin Hauptstadt der aragonischen Krone, da Kastilien und Aragón als zwei unabhängige Königreiche organisiert blieben.
Erst mit dem Eintreffen der bourbonischen Dynastie wurden die Königreiche der Iberischen Halbinsel unter dem Namen Spanien vereint. Der König Felipe V hob alle Gesetze und Gewohnheiten der aragonischen Krone auf und passte das Staatsmodell dem des in Frankreich angewandten Absolutismus an.
Im 18. und 19. Jh. wurde Barcelona zusammen mit dem Baskenland zum Motor der Industriellen Revolution in Spanien. Die katalonische Industrie konnte sich besonders im Textil- und Metallsektor auszeichnen, wo groβe Kapitalvermögen geschaffen wurden, welche es der katalonischen Bourgeoisie ermöglichten den immer wider auftretenden Arbeiterrevolten und Militärerhebungen gegen die Regierung entgegenzutreten, aus dieser Zeit konnten der Menschheit groβartige Zivil- und Kulturbauten in der Stadt hinterlassen werden, wie z.B. die Sagrada Familia oder der Palau de la Música Catalana (Musikpalast), die Barcelona zur Welthauptstadt des Modernismus machen.
Im Verlaufe des 20. Jh. wurde Barcelona zu einem unerlässlichen Teil der Geschichte Spaniens, da vom Balkon seines Rathauses aus die zweite Republik ausgerufen wurde und weil die Zivilbevölkerung während der Kriegsjahre 1936-39 die Bombardierung der Stadt und die furchtbare Repression der Diktatur des Generals Franco erleiden mussten.
Glücklicherweise ist Barcelona heute eine groβe, kosmopolitische und weltoffene Stadt, die ihre Essenz und Ursprünge nicht verloren hat und sich über all ihre Besucher freut, eine Stadt, die fähig ist groβe Ereignisse wie die Olympischen Spiele oder das Kulturforum zu organisieren und die zudem auf ein umfangreiches Kommunikations- und Transportnetz zählen kann, was sie zweifelsohne zur Hauptstadt des Mittelmeerraums und zu einer Referenz in ganz Europa macht.